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Die Kirschen

Literary work

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Die Kirschen ist eine der bekanntesten Kurzgeschichten Wolfgang Borcherts. Sie wird vielfach wegen ihres modellhaften Charakters sowie der sprachlichen und inhaltlichen Knappheit aus seinem Werk hervorgehoben. Als Beispiel der Trümmerliteratur zeigt sie eine Alltagssituation der Nachkriegszeit, aus der allgemeingültige innere Konflikte ihrer Figuren erwachsen. Die Kurzgeschichte entstand 1947, zu einem Zeitpunkt, als Borchert selbst schon ans Bett gefesselt war, und ist einer der wenigen Texte Borcherts, die seine Krankheit thematisieren. Daher wurde sie teilweise auch autobiografisch interpretiert. Ein Junge, der mit Fieber im Bett liegt, hört, dass nebenan etwas zerbricht. Sogleich vermutet er, es handele sich um ein Glas mit Kirschen, das kalt gestellt wurde, um sein Fieber zu lindern. Als er aufsteht, sieht er im Nebenzimmer seinen Vater auf dem Boden sitzen, während ihm vermeintlich roter Kirschsaft über die Hand läuft. Als der Vater den Jungen bemerkt, schickt er ihn besorgt wieder zu Bett. Doch der Kranke blickt nur betroffen auf die rote Hand und verdächtigt den Vater, von seinen Kirschen gegessen zu haben.

Text: German Wikipedia, CC BY-SA 4.0. ·

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