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SAS Giessen

Weapon storage area, Giessen

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Das Sondermunitionslager Gießen (auch bekannt als NATO Site #4) war ein NATO-Lager für taktische Nuklearsprengköpfe, ein sogenanntes SAS (Special Ammunition Storage). Es bestand von 1974 bis 1988 und lag auf freiem Feld, aber innerhalb des Areals des ehemaligen US-Depots nordöstlich der Stadt Gießen (siehe Karte in der Galerie). Es wurde allein von der US Army betrieben und von deren Militärpolizei bewacht. Direkt westlich davon befand sich eine Stellung von MGM-52 Lance Boden-Boden-Kurzstreckenraketen, auf die die Atomsprengköpfe des Sondermunitionslagers im Ernstfall montiert worden wären, um gegen anrückende Verbände des Warschauer Paktes verschossen zu werden – auf dem Gebiet der damaligen Bundesrepublik Deutschland bzw. des Landes Hessen. Das Lager selbst war drei- bis vierfach umzäunt und mit Videokameras und Mikrowellensensoren ausgestattet. Hinzu kam noch der hohe Außenzaun des umgebenden US-Depotareals. Nachts wurde die Umgebung der Zäune mit starken Scheinwerfern taghell erleuchtet. Das Lager besaß drei schusssichere Wachttürme, einen aus Stahlbeton und zwei aus Stahl, alle versehen mit schussfestem Glas, Schießscharten und drehbaren Suchscheinwerfern. Außer einem Haupt- und einem Nebengebäude befanden sich im „inneren Bereich“ des Lagers noch ein geteerter Landeplatz für Chinook-Transporthubschrauber und zwei mehrfach gesicherte Bunker für die Atomsprengköpfe. Im Haupt- oder Wachgebäude, das ebenfalls mit schusssicheren Scheiben und Schießscharten ausgestattet war, saßen Soldaten vor Bildschirmen und Displaytafeln für die Kameras und Bewegungssensoren, außerdem hielten sich dort die Soldaten der Freiwache auf.

Text: German Wikipedia, CC BY-SA 4.0. · Image: sdo216 (CC BY-SA 4.0) ·

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