Común · Saberes

Kallendresser

Escultura, Alemania

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Der Kallendresser (ein kölscher Ausdruck für jemanden, der seine Notdurft in die Regenrinne verrichtet) spielt als Figur in Köln schon seit dem Mittelalter eine Rolle. Er findet sich beispielsweise an den Konsolen der Figuren des Kölner Rathausturms, an denen Männer dargestellt sind, die dem Betrachter das blanke Hinterteil entgegenrecken. Man unterscheidet zwei Typen dieser Figuren, von denen im Mittelalter mindestens fünf am Ratsturm angebracht waren (jetzt sind es nur noch drei), den »Kallendresser« und den »Kölner Spiegel«: Die Kallendresser sind hockend im Profil dargestellt, der Spiegel kehrt dem Betrachter den (verlängerten) Rücken zu und steckt den Kopf zwischen die Beine. Die drei Konsolen befinden sich unterhalb der Skulpturen von Konrad von Hochstaden, von Gottfried Hagen und von Katharina Henot. Der bekannteste Kallendresser ist nicht am Ratsturm, sondern als Skulptur an einem Haus am Kölner Alter Markt zu sehen. Über die Bedeutung dieser Figuren herrscht unter Brauchtumsforschern keine Einigkeit. Mit Sicherheit dürfte es sich jedoch um eine Figur handeln, die echten oder selbsternannten Obrigkeiten auf diese Weise ihre Meinung vermittelt. Die Figur des Kallendressers verdankt ihr Fortleben nach dem Krieg Jupp Engels (1909–1991), einem Architekten, dessen Engagement für Köln und für das Brauchtum dieser Stadt viele Spuren hinterließ. 1956 kaufte Jupp Engels ein durch Kriegszerstörung freies Grundstück am Alter Markt, wo er ein neues Haus errichtete, dessen Gestaltung sich sehr gut in die noch existierenden älteren Bauten einfügte, und erhielt dafür den Kölner Architekturpreis. 1986 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.

Texto: Wikipedia en alemán, CC BY-SA 4.0. · Imagen: Elke Wetzig (elya) (CC BY-SA 3.0) ·

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