Comum · Música
Cyber Marsch
Composição musical
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Der Cyber Marsch (alternative Schreibweise auch Cyber-Marsch oder Cybermarsch), der Marsch des Kommando CIR, ist ein Marsch für Blasorchester, der von dem dem Musikkorps der Bundeswehr (MusKorpsBw) angehörenden Hauptfeldwebel Sebastian Middel (* 1981) komponiert und von Guido Rennert arrangiert wurde. Er kam nach Auskunft der Pressestelle der Bundeswehr am 5. April 2017 „auf dem Indienststellungsappell des Kommandos Cyber- und Informationsraum“ zur Uraufführung und wurde 2017 im AuRen-Musikverlag in Hürth veröffentlicht. Der Marsch steht in B-dur im 6/8-Takt mit der Tempobezeichnung „Marschtempo“, die Aufführungsdauer beträgt beim Gleichschritt der Bundeswehr (114 Schritte/min) ca. 3:30 min. Die Komposition wurde seitens der Bundeswehr positiv bewertet: „So symbolisiert der Charakter des Marsches die Kreativität, die Aufbruchstimmung und den visionären Tatendrang des Organisationsbereichs Cyber- und Informationsraum.“ Kritisch äußerte sich der Berliner Musikwissenschaftler Tobias Fasshauer in seiner Sechs Achtel für ein Hallelujah betitelten Rezension, die auch wenig später in der NMZ veröffentlicht wurde. Fasshauer begründete seinen Artikel mit den Worten „Da es sich bei dieser famosen Komposition immerhin um die Repräsentationsmusik eines staatlichen Organs handelt, liegt ihre kritische Analyse sozusagen im öffentlichen Interesse.“ und beurteilte das Werk als „für einen Marsch eines ‚Cyber-Kommandos‘ geradezu bestürzend konventionell – und zwar konventionell nach den Maßstäben der populären Musik um 1910, also des Lochkartenzeitalters“. Er konstatierte, dass es bemerkenswert sei, wie „durchaus ungebrochen und ohne Anflüge ironischer Distanzierung hier die Marsch-Topoi der vorletzten Jahrhundertwende abgerufen werden“. Angesichts des unzeitgemäßen, rückwärts gewandten Charakters der Komposition äußerte Fasshauer sogar die Befürchtung, dass der musikalische Anachronismus des Marsches letztlich nur ein weiteres Symptom für den aktuellen Zustand der Bundeswehr sein könnte: „Wenn die Bundeswehr ihre Cyber-Krieger nach den gleichen Kriterien auswählen wollte wie ihre Komponisten, müsste sie Hollerith-Spezialisten einstellen.“ Bereits kurz nach seiner Uraufführung wurde der Cyber Marsch zum zentralen Element einer künstlerischen Arbeit, die sich kritisch mit der Diskrepanz zwischen fröhlicher Marschmusik und den Realitäten eines potentiellen Cyberkriegs auseinandersetzte. Der in Köln lebende bildende Künstler Christian Sievers (* 1974 in Braunschweig) beschäftigt sich nach eigener Aussage „mit dem sich verändernden Verhältnis von Kunstwerk und Publikum vor dem Hintergrund der Digitalisierung“. Wie bereits in früheren Arbeiten bedient er sich in seiner Performance-Installation Cyber (Vorgebirgsparkskulptur, Köln, 3.
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